Das Wetter spielt für den Motorradfahrer eine große Rolle. Ob Regen, Schnee, Nebel oder "nur" Kälte. Auch schlechte Sichtverhältnisse können eine Tagestour schnell zur mühsamen Angelegenheit machen. Denn wir sitzen immer draussen, haben keine geheizte Fahrerkabine; wollen wir auch nicht. Vor allem in den Alpen kann sich das Wetter schnell ändern, schneller als anderswo in Europa.

Hohe Pässe: Schneegefahr

Das Wort Sommer ist in den Bergen kein Garant für Schneefreiheit. Es kann schon mal vorkommen, dass es da schneit. Das bringt schon mal das erste Problem, wenn es nassen Schnee ist klebt der am Visier, was die Sicht und die Konzentration einschränkt. Wenn der Schnee auf der Fahrbahn liegen bleibt haben wir schon das nächst „Problem“. Auf Pass-Strasse fahren zu müssen, zählt sicherlich zu den interessanteren Erlebnissen. Denn wer nimmt im Sommer schon Schneeketten fürs Motorrad mit? Daher sind ein vernünftiges Verhalten und eine reduzierte Geschwindigkeit sicherlich angebracht. So sollte einem Abenteuer eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Diese Erlebnisse werden dann sicher zu besonders erzählenswerten Erlebnissen werden...

Pausieren

Wer keine Lust hat sich dem schlechten Wetter auszusetzen findet sicherlich ein Alternativprogramm. Wir achten bei der Hotelwahl wenn möglich auf einen vorhandenen Wellnessbereich. Draussen regnet es und du schwitzt drinnen in der Sauna oder geniesst den Whirlpool. Vielleicht ist der Ort eine Besichtigung wert. Einfach einmal ein wenig ausspannen.
Wer das nicht will, oder auf ein Weiterkommen angewiesen ist, sollte eventuell die geplante Route überdenken. Führt die Strecke über einige hohe Pässe und ist dort oben eventuell mit Schneefall zu rechnen, ist eine Strecke im Tal sicherlich vorzuziehen. Wer dann losfährt, sollte danach trachten, die Strecke möglichst durchzufahren. Aus eigener Erfahrung ist nichts unangenehmer, als bei einer Pause das nasse Gewand auszuziehen und es danach wieder anziehen zu müssen.

Fahren bei Nässe

Motorrad fahren bei nasser Fahrbahn ist nicht jedermans Sache. Werden aber ein paar Punkte beachtet ist das Ungeheuer Nässe nicht mehr unbezwingbar. Am rutschigsten ist die Strasse eigentlich bei einsetzendem Regen. Dann entsteht durch den Staub, dem Gummiabrieb und Schmutz ein Schmierfilm. Bei längerem Regenfall wird dieser Schmierfilm jedoch schliesslich von der Strasse gewaschen.
Die Haftung auf nasser Strasse ist gar nicht so schlecht wie oft befürchtet, aber gefährlich sind Bodenmarkierungen und Kanaldeckel. Dort geht meistens sämtliche Haftung baden, was uns wieder in die erste Fahrstunde bringt: Wo du hinguckst fährst du auch hin… Holzbrücken und Weiderosten kann man zwar selten ausweichen, aber mit gebotener Vorsicht und möglichst ohne Lenkbewegungen sind auch die zu meistern.
Auch den Bremsen sollte bei Regen etwas mehr Beachtung geschenkt werden. Eine nasse Bremsscheibe verzögert nicht, die muss sich zuerst trockenreiben. Deshalb ist es sinnvoll ab und zu die Bremse leicht zu betätigen.
Die Sicht ist durch das nasse Visier sowie durch das Spritzwasser der anderen Verkehrsteilnehmer eingeschränkt. Zudem kommt es oft zu Kondenswasserbildung an der Innenseite des Visiers. Beide Probleme lassen sich lösen. Für die Aussenseite gibt es Oberflächenveredler auf Basis der Nanotechnologie. Da perlt das Wasser ab und wird vom Fahrtwind „weggeblasen“. Auch für die Innenseite gibt es diverse Antibeschlag-Mittel. Oder ganz einfach; man lässt das Visier einen Spalt offen.

Regengewand

Dringend anzuraten ist es, das Regengewand, das hoffentlich mitgenommen wurde, rechtzeitig anzuziehen. Die Montur ist schneller nass als wieder trocken. Regenkombi oder zweiteilig? Was ist besser? Bei wechselnder Witterung bist du mit einem Zweiteiler besser bedient. So kannst du anziehen was nötig ist. Bei nasser Strasse nach dem Regen brauchst du oben kein Regenschutz mehr, aber die Gischt erreicht deine Beine immer noch. Ist aber den ganzen Tag Regenfall angesagt fühlt sich eine Kombi besser an. Da es einteilig ist hat es keine „Trennstelle“ wo das Wasser eindringen kann. Eine Kombi macht auch bei wasserdichter Montur Sinn. Sie hält zwar trocken, saugt sich aber mit Wasser voll und wird schwer.
Auch den Schuhen, wie auch den Handschuhen sollte man Aufmerksamkeit schenken. Ein zweites Paar Handschuhe sollte man dabei haben  (es ist ein ekliges Gefühl wenn man nasse Handschuhe anziehen muss…).

Hitze

Aber auch bei hohen Temperaturen gibt es Gefahren. Es verändert sich vor allem die Eigenschaft des Asphaltes zu Ungunsten der Bodenhaftung. Vor allem die allseits bekannten Bitumenstreifen, mit denen kleinere kaputte Stellen in der Fahrbahn ausgebessert werden, können sehr rutschig werden. Vielfach geht dieser Rutscheffekt mit einem kleinen Herzklopfen aus, bei erhöhter Bitumenkonzentration kombiniert mit viel Kurven ist eine Temporeduktion empfehlenswert.
Ausserdem ist bei hohen Temperaturen auch die Gefahr der körperlichen Erschöpfung groß. Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen müssen regelmäßig Pausen eingelegt werden, dabei sollte die Kleidung so gut es geht ausgezogen und viel (alkoholfreies!) getrunken werden.

Wetterbericht

Bei geplanten Tagestouren sollte der Wetterbericht genau angesehen werden, vielleicht bewegt sich die Regenwolke ja gerade nur im Umkreis des derzeitigen Standpunktes.